Fallstudie · Logistik & Yard Management

Rüdiger Wöhrl GmbH: −40 % Standzeiten durch intelligentes Yard Management

Wie NeckarCode ein vollständiges Yard Management System mit automatischer Kennzeichenerkennung, Self-Check-in-Terminals und lückenloser ERP-Integration entwickelte – und damit den Logistikfluss auf mehreren Industriegeländen grundlegend optimierte.

KundeRüdiger Wöhrl GmbH
BrancheLogistik & Supply Chain
RegionDeutschland
ProjekttypYard Management System, IoT, ERP-Integration
−40%
Reduzierung der Standzeiten
Auto
Kennzeichenerkennung (ANPR)
Live
ERP/WMS-Echtzeit-Sync
Multi
Standort-Rollout
Self-Check-in-Terminal des Wöhrl Yard Management Systems auf einem Industriegelände

Ausgangslage: Wachstum ohne Transparenz

Rüdiger Wöhrl GmbH betreibt mehrere Industriestandorte, auf denen täglich dutzende LKW ein- und ausfahren – für Anlieferungen, Abholungen, Verwiegung und Verladung. Die Koordination dieser Fahrzeugbewegungen lief über Jahre analog: Wachpersonal an Einfahrtstoren, Papierdokumente, Telefonate zwischen Lager und Disposition. Mit steigendem Auftragsvolumen wurde dieses System zum Engpass.

Lange Wartezeiten an den Toren, fehlende Echtzeit-Übersicht über belegte Docks, manuelle Dateneingaben mit Fehlerquote und kein systematisches Reporting: Das Ergebnis waren Standzeiten, die direkt in Kosten für Fahrer und Spediteure übersetzt werden. Gleichzeitig fehlte die Datenbasis für Optimierungen – niemand wusste genau, welche Prozessschritte wie lange dauerten.

Die Anforderung an NeckarCode war klar: Ein Yard Management System, das den gesamten Prozess vom Einfahren bis zur Ausfahrt digitalisiert, automatisiert und in die bestehende ERP/WMS-Infrastruktur integriert – ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen.

Lösungsansatz: Vollständige Digitalisierung des Yard-Prozesses

NeckarCode entwickelte ein mehrstufiges System, das jeden Prozessschritt im Yard abdeckt. Am Eingangstor erkennen IP-Kameras mit integrierter ANPR-Software (Automatic Number Plate Recognition) einfahrende LKW automatisch. Das Kennzeichen wird gegen ausstehende Aufträge im ERP-System abgeglichen – ein Fahrer mit geplanter Anlieferung wird direkt an den zugewiesenen Dock geleitet, ohne Wartezeit am Wachhäuschen.

Self-Check-in-Terminals – robuste Touchscreen-Kioske für den Industrieeinsatz – ermöglichen Fahrern, sich selbst einzuchecken, Lieferpapiere digital zu bestätigen und Weisungen für die Abfertigung zu erhalten. Das Backend in .NET verwaltet Dock-Belegungen in Echtzeit, optimiert die Zuweisung nach Auftragsart und Priorität und sendet automatische Benachrichtigungen an das Lagerpersonal.

Die Verwiegung ist direkt in den digitalen Prozessfluss integriert: Wiegedaten werden automatisch erfasst, mit dem jeweiligen Auftrag verknüpft und in das ERP-System zurückgeschrieben. Gleiches gilt für die Verladungssteuerung – Dock-Status, Ladefortschritt und Ausfahrtfreigabe sind für alle Beteiligten in einem zentralen React-Dashboard sichtbar.

Die vollständige ERP/WMS-Anbindung via OPC-UA und REST-Schnittstellen stellt sicher, dass keine Medienbrüche entstehen. Alle Vorgänge werden mit Zeitstempel protokolliert und stehen für Reporting und Auditierungen zur Verfügung.

Ergebnisse

Nach dem Rollout auf den ersten Standorten wurden die durchschnittlichen Standzeiten um 40 % reduziert. Die automatische Kennzeichenerkennung eliminierte Wartezeiten am Eingangstor für bekannte Fahrer und Spediteure vollständig. Das Lagerpersonal hat erstmals Echtzeit-Übersicht über alle Fahrzeugbewegungen und kann Dockbelegungen proaktiv steuern.

Das System wurde anschließend auf weitere Standorte und Industriekunden ausgerollt – die mandantenfähige Architektur ermöglicht es, neue Standorte in wenigen Tagen in Betrieb zu nehmen. Der vollständige Audit-Trail vereinfacht zudem die Abrechnung gegenüber Speditionen und die Dokumentation für ISO-Audits erheblich.